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Endodontie (Behandlung des erkrankten Zahnnervs)

Zeitgemäße hochwertige Methode

Im Inneren des Zahns befindet sich, umgeben von den Zahnhartsubstanzen, die Pulpa, die im Volksmund oft als „Zahnnerv“ bezeichnet wird, und neben Nervenzellen auch aus Blutgefäßen und unspezifischem Grundgewebe besteht.

In Folge tiefer kariöser Defekte, nach Abbrechen großer Teile des Zahnes oder beispielsweise durch thermische oder mechanische Überlastungen können bakterielle Infektionen oder Entzündungen (Pulpitiden) der Pulpa entstehen. Pulpagewebe reagiert auf Pulpitiden äußerst empfindlich, so dass diese sehr schnell zum Niedergang des Gewebes (Nekrose) und zum „Absterben“ des Nervgewebes führen. Das muss nicht immer mit Schmerzen einhergehen, sondern kann vom Patienten völlig unbemerkt geschehen. Um den Zahn dennoch erhalten zu können, muss stark entzündetes, infiziertes oder nekrotisches Gewebe aus dem Zahn entfernt werden und dieser mit einer für Bakterien nicht durchdringbaren Füllung versorgt werden.

Die Aufbereitung und Füllung von Wurzelkanälen zählt zu einer der schwierigsten Aufgaben der zahnärztlichen Tätigkeit. Um die Risiken einer Wurzelbehandlung zu minimieren und die Erfolgschancen auf den Erhalt des Zahnes zu vergrößern, stehen mittlerweile zahlreiche Materialien und Methoden zur Verfügung, die weit über die im Rahmen des gesetzlichen Leistungskatalogs vorgesehenen Möglichkeiten hinausgehen und diese in modernen Praxen vielerorts ersetzt haben.

Besondere Herausforderungen für die Aufbereitung stellen stark gekrümmte und unregelmäßig geformte Kanäle dar. Speziell im Bereich der Wurzelspitzen finden sich mitunter Kanalbiegungen von 90° und mehr, die mit den bis zu 0,1 mm feinen Instrumenten bearbeitet werden müssen. Klassische Handinstrumente aus Edelstahl können in diesen Bereichen leicht brechen. Moderne Feilen aus Nickel-Titan-Legierungen sind deutlich flexibler und widerstandsfähiger gegen wiederholte Biegebelastungen. Sie ermöglichen zudem ein zügigeres und, für den Patienten deutlich angenehmeres, rotierendes Arbeiten mit einem drehmomentbegrenzten Winkelstück, während mit den klassischen Instrumenten feilend gearbeitet werden muss.

Für den Erfolg der Wurzelbehandlung ist zudem die Aufbereitung exakt bis zur engsten Stelle des Kanals nahe der Wurzelspitze notwendig. Die Länge des Kanals kann zum einen per Röntgenbild, wesentlich exakter jedoch über endometrische Längenmessungen bestimmt werden. Letzteres Verfahren basiert auf einer elektrischen Widerstandsmessung (für den Patienten nicht spürbar) und liefert exaktere und zuverlässigere Informationen. So kann eine zu kurze Aufbereitung mit Verbleib von Gewebsresten oder eine Überinstrumentierung mit Verschleppung entzündlichen Materials über die Wurzelspitze hinaus vermieden werden. Außerdem kann die Anzahl der für die Wurzelbehandlung nötigen Röntgenaufnahmen stark reduziert werden.

Um den Wurzelkanal desinfizieren und vollständig von Bakterien befreien zu können, werden verschiedene Spülflüssigkeiten verwendet. Da diese unterschiedliche Wirkspektren und -mechanismen besitzen, wird in der Endodontie nicht nur auf eine einzelne Spüllösung gesetzt, sondern aufwändige Spülprotokolle mit bis zu drei oder vier unterschiedlichen Spüllösungen durchgeführt. So können auch für eine mechanische Aufbereitung unzugängliche, kleinere Seitenkanäle desinfiziert und schwer abzutötende Keime, die für ein Wiederauftreten der Entzündung verantwortlich sein können, beseitigt werden. Als letzte Maßnahme vor der Füllung des Kanalsystemes können spezielle Ultraschallreinigungsspitzen Restverunreinigungen sehr schonend und effizient entfernen.

Nach vollständiger Desinfektion und fertiger Formgebung des Kanals wird dieser klassischerweise mit konfektionierten Guttaperchastiften und sogenanntem Sealermaterial gefüllt. Da sich der Kanal zur Wurzelspitze hin in kleinere Kanäle aufzweigen kann, ist eine dichtere Füllung mit erweichter und warm in den Kanal eingefüllter Guttapercha möglich, die auch in kleinere Seitenkanäle vordringen kann.

Durch eine sauber durchgeführte, moderne Wurzelbehandlung ist in der weit überwiegenden Zahl der Fälle der Erhalt des Zahns und eine abschließende Überkronung möglich. Die beschriebene, moderne Arbeitsweise ist auf Basis der durch die gesetzlichen Kassen übernommenen Kosten kaum möglich. Das heißt, der Patient muss die zusätzlich entstehenden Kosten selbst übernehmen.

Wichtig ist für den Patienten, zu wissen, dass eine Wiederholung der Wurzelkanalaufbereitung ebenfalls nicht teil des gesetzlichen Leistungskataloges, nach erfolgloser erster Behandlung also die chirurgische Entfernung der Zahnwurzelspitzen oder des kompletten Zahns vorgesehen ist. In jedem Fall liegen die Kosten für den Ersatz des dann fehlenden Zahns deutlich über denen einer Wurzelbehandlung auf dem aktuellen Stand der Möglichkeiten.

Traditionelle Methode

Die einfache, traditionelle Methode beschränkt sich darauf, das Wurzelkanalsystem mit Hilfe von Feilen aufzubereiten, zu säubern und eine Paste in die einzelnen Hauptäste einzubringen. Zusätzlich wird mit Hilfe von einem oder mehreren Guttaperchastiften der Kanal verschlossen. Behandlungsbegleitende röntgenologische Kontrolluntersuchungen zeigen den Zustand der Wurzelfüllung auf.